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Was sind Cookies? Einfach erklärt.

Wenn wir uns von Webseite zu Webseite klicken, werden wir immer wieder von ihnen unterbrochen: Cookie-Banner bzw. Cookie-Consents. Genervt klicken wir auf irgendeinen hervorgehobenen Button, damit sie verschwinden. Doch was sind Cookies überhaupt, warum sehen wir diese Banner ständig und welchen Nutzen hat das Ganze? Und stimmt es, dass Third Party Cookies abgeschafft werden? Eine Einführung mit Stand August 2026.

Mockup eines Browserfensters mit einem Cookie-Consent-Banner und den Optionen „Nur notwendige Cookies verwenden“, „Auswahl erlauben“ und „Cookies zulassen“.

Der Nutzen von Cookies?

Cookies sind kleine Textdateien, die auf dem eigenen Rechner gespeichert werden, wenn wir eine Webseite aufrufen. Sie beinhalten Informationen, die zum Betrieb der Seite notwendig sind oder die zur Analyse des Surf-Verhaltens dienen. Rufen wir diese Seite dann erneut auf, werden die in den Cookies gespeicherten Information wieder abgefragt und die Seite kann beispielsweise schneller laden, unser Warenkorb vom letzten Besuch wird angezeigt oder zuvor eingegebene Informationen sind direkt wieder verfügbar, ohne dass wir sie neu eingeben müssen. Cookies vereinfachen also die Webseitennutzung und verbessern im besten Falle das Nutzungserlebnis.

Dabei ist Cookie nicht gleich Cookie. Denn sie werden meist in First Party Cookies und Third Party Cookies unterteilt.

Was sind First Party Cookies?

First Party Cookies werden nur vom Webseitenbetreibenden, auf dessen Seite sich ein User befindet, erstellt. Das bedeutet, dass Besucher:innen auch nur von der entsprechenden Webseite wiedererkannt werden können, nicht aber von anderen Domains. Ihre Aufgaben sind dabei unterschiedlich.

Notwendige Cookies: Sie werden benötigt, um spezifische Funktionen einer Webseite auszuführen. Als Beispiel haben wir in einem Shop einige Artikel gefunden und in den Warenkorb gelegt. Wir möchten jedoch noch darüber nachdenken, ob wir wirklich bestellen möchten, und schließen die Seite. Nach kurzer Zeit entscheiden wir uns für den Kauf. Damit wir nicht erneut alle Produkte finden und in den Warenkorb legen müssen, hatte die Webseite ein Cookie erstellt, das es erlaubt, den ursprünglichen Warenkorb wiederholt zu öffnen. Die notwendigen Cookies ermöglichen es Webseiten also, bestimmte Informationen des Nutzenden zwischenzuspeichern. Das hat nicht nur Vorteile für Besucher:innen, sondern auch für den Webseitenbetreibenden. Das wird unter dem Punkt Werbecookies deutlich.

Performance Cookies: Sie dienen der Informationsverarbeitung von Nutzerverhalten auf der Webseite. Dazu zählen beispielsweise die Reihenfolge der besuchten Seiten, verwendete Suchbegriffe, Bewegungen mit der Maus oder auch das Land und Region, aus der der Zugriff erfolgt. Hierbei werden in der Regel keine persönlichen Informationen gesammelt. Diese Cookies unterliegen allerdings der Zustimmungspflicht und können im Cookie-Banner oder in den Einstellungen abgelehnt werden.

Funktionale Cookies: Sie speichern Angaben, die Nutzende hinterlegen. Dazu zählen Angaben wie Benutzername und Sprachauswahl, die anonymisiert gespeichert werden und in den Einstellungen de- oder aktiviert werden können.

Werbe-Cookies: Sie dienen allein dazu, den Nutzer:innen auf Grundlage ihres Such- oder Surfverhaltens Werbung anzuzeigen. Für Werbe-Cookies werden meist alle Informationen, die über die Webseitenbesuchenden auf einer bestimmten Webseite gesammelt werden, genutzt. So ist es zum Beispiel möglich, anhand des Warenkorbinhalts zu analysieren, wofür sich Kund:innen interessieren. Bei einem erneuten Besuch der Webseite kann so passende Werbung angezeigt werden.

Werbung auf Webseiten wird jedoch nicht nur vom Webseitenbetreibenden selbst ausgespielt. Webseiten dienen meist auch als Plattform für Werbung von Drittanbietern. Damit diese gezielt Werbung für ihre Zielgruppen ausspielen können, sind auch für sie Informationen von Nutzenden relevant.

Was sind Third Party Cookies?

Third Party Cookies sind Cookies, die von Webseiten gespeichert werden, die nicht der aktuell besuchten Webseite entsprechen. Sie enthalten Informationen über Nutzende, die für personalisierte bzw. zielgruppenspezifische Werbeanzeigen relevant sind. Diese Informationen können für Nutzende nicht nur von einer Domain, sondern über mehrere Domains hinweg gesammelt werden. So entsteht ein klares Bild über einzelne Besucher:innen, sodass beim erneuten Besuch irgendeiner Webseite auf den Nutzenden zugeschnittene Werbung gezeigt werden kann. Auch diesen Cookies muss aktiv zugestimmt werden.

Ob ein Third Party Cookie überhaupt gesetzt werden kann, entscheidet zusätzlich der Browser. Safari blockiert Cookies von Drittanbietern seit März 2020 vollständig, Firefox blockiert seit Juni 2019 standardmäßig Cookies bekannter Tracker. Chrome erlaubt sie im normalen Modus weiterhin und blockiert sie nur im Inkognito-Modus; abschalten lassen sie sich in den Datenschutzeinstellungen.

Fazit

Nun sollte klar sein, dass Cookie Banner durchaus ihre Berechtigung haben, auch wenn sie manchmal stören und nicht immer genau klar ist, ob einer Cookie-Richtlinie nun zugestimmt oder abgelehnt wurde.

Warum sollten wir Tracking-Cookies aber dennoch nicht einfach verteufeln?

Inhalte im Internet sind zu großen Teilen kostenlos. Das können sie aber nur sein, wenn deren Erstellung über andere Wege finanzierbar ist. Viele Webseiten sind daher von Werbeeinnahmen abhängig. Je weniger Daten für die Zielgenauigkeit von Werbung zur Verfügung stehen, desto geringer fallen im Zweifel die Einnahmen der Webseitenbetreibenden aus.

Die Regeln dafür, wann ein Cookie gesetzt werden darf, stehen in der DSGVO und in Deutschland zusätzlich in § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG, bis Mai 2024 TTDSG). Was die DSGVO regelt und was das Problem mit der Gesetzgebung für die Internetnutzung ist, erklären wir in unserem Artikel „DSGVO: Die Rechtliche Grundlage der Cookie-Banner“.

Stand 2026: Werden Third Party Cookies abgeschafft?

Als dieser Artikel im Juni 2022 erschien, war die Antwort scheinbar klar: Google wollte Third Party Cookies in Chrome bis Ende 2023 abschaffen, nachdem Safari und Firefox sie bereits blockierten. Daraus wurde nichts. Google verschob den Termin mehrfach, gab den Ausstieg am 22. Juli 2024 auf und verwarf am 22. April 2025 auch den geplanten Auswahl-Dialog. Third Party Cookies bleiben in Chrome, und Nutzer:innen entscheiden in den Einstellungen selbst darüber.

Die als Ersatz gedachten Technologien der „Privacy Sandbox“, darunter Googles Cookie-Alternative Topics, hat Google am 17. Oktober 2025 wegen geringer Verbreitung weitgehend eingestellt. Für uns als Nutzer:innen ändert sich damit wenig: Der Cookie-Banner bleibt, weil er sich aus dem Gesetz ergibt und nicht aus den Plänen eines Browserherstellers. Für Webseitenbetreibende bedeutet es, dass eigene Daten aus Kundenkonten, Newslettern und Apps wichtiger geworden sind als das Tracking über fremde Cookies. Die ganze Geschichte samt Einordnung steht in unserem Artikel „Das Ende der Third Party Cookies, das nicht kam: Stand 2026“.

Häufige Fragen

Sind Cookies gefährlich?

Cookies selbst sind reine Textdateien und können keine Programme ausführen. Ein Risiko entsteht erst, wenn über Third Party Cookies Verhaltensprofile über viele Webseiten hinweg entstehen oder wenn Cookies mit Login-Daten abgefangen werden. Deshalb verlangt das Gesetz eine Einwilligung für alle Cookies, die nicht technisch notwendig sind.

Muss ich Cookies akzeptieren, um eine Webseite zu nutzen?

Nein. Technisch notwendige Cookies werden ohne Zustimmung gesetzt, alle anderen dürfen abgelehnt werden. Eine Webseite muss auch dann funktionieren, wenn nur die notwendigen Cookies erlaubt sind.

Gibt es Third Party Cookies 2026 noch?

Ja. In Chrome sind sie im normalen Modus weiterhin standardmäßig erlaubt. Safari und Firefox blockieren sie, ebenso der Inkognito-Modus von Chrome. Google hat die geplante Abschaffung 2024 aufgegeben und 2025 endgültig bestätigt, dass Chrome sie behält.

Quellen